Bund der Katzenfreunde e.V.
Mitglied im deutschen Tierschutzbund e.V.
Abstand

 


Wir werden nie erfahren, wie es geschah

 

War es eine böse Rauferei oder ein Unfall? An einem Montag Anfang März kam Wuggi mit einer schweren Kopfverletzung an seinen Futterplatz. Das rechte Auge stand hervor, alles blutig. Der Kater musste sofort zum Tierarzt. Aber Wuggi lief davon und kam nicht wieder. Drei lange, kalte Wochen lang. Die Suche nach ihm blieb erfolglos. Dann nach dieser Ewigkeit trieb ihn wohl der Hunger aus seinem Versteck und er kam näher an den Futterplatz. Aber wie sah der einst so schöne schwarze Kater mit dem weißen Latz und den weißen Stiefeln jetzt aus: Wuggi war ganz mager geworden, hatte ein stumpfes, schuppiges Fell, sein Gesicht entstellt, das hervorstehende Auge hatte eine dicke Kruste, was musste er nur für Schmerzen haben. Und Wuggi hatte Angst. Weder ließ er sich anfassen, noch ging er in einen der für ihn aufgestellten Fang-Käfige. Es hat noch vier Tage gedauert, bis es gelang, ihn in eine Tierklinik zu bringen.

Das Auge musste amputiert werden, die tiefen Wunden im Gesicht und am Hals mussten täglich gespült und versorgt werden, er brauchte Schmerzmittel und Antibiotika. Wuggi blieb ganze drei Wochen stationär, musste zur Behandlung in der ersten Zeit jedes Mal in Narkose gelegt werden. Er gebärdete sich wie ein Wilder.
Am Futterplatz hatte es 8 Jahre gedauert, bis er sich endlich hatte streicheln lassen. Ab da konnte nicht mehr genug davon bekommen. Wuggi lebt mit aktuell noch sieben Artgenossen an diesem Futterplatz am Stadtrand von Dachau . Die Katzen werden jeden Tag liebevoll versorgt.
Nachdem Wuggi mit diesen schweren Verletzungen so lange und so tapfer ganz allein bei eisigen Temperaturen draußen um sein Leben gekämpft hatte, sollte er in der Tierklinik seine Chance zum Weiterleben bekommen.
Wuggi hat es geschafft. Am 23. April durfte er an seinen geliebten Futterplatz zurück in die Freiheit. „Eine glücklichere Katze habe ich nie gesehen“, sagt seine Betreuerin.

 



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